Donnerstag, 25. Juni 2009

Rio Altstadt (2)

Alt neben neu: kaum ein paar Meter trennen ein modernes Gebäude von einem traditionellen Bau. Auffällig sind die Figuren: Ägyptische Skulpturen mit ausgeformtem Busen gab es nie - die freizügig denkenden Brasilianer machen ihre Fälschungen somit leicht entlarvbar :D

Igreja da Candelária Praça Pio X, Kirche.



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Die älteste Bank Rios: das Hauptgebäude der Banco do Brasil in der Innenstadt von Rio de Janeiro


An dieser Wand sind deutlich die Baumaterialien aus dem 18. Jahrhundert zu erkennen. Steine, Sand, Muscheln, befestigt mit Walöl.


Ein Denkmal für den brasilianischen Ex-Offizier Osorio am Praca XV (Platz des 15. Novembers, dort wurde am 15.11.1889 die Republik Brasilien ausgerufen). Die Pfähle des Zaunes im Vordergrund sind Kanonenrohre, die im Krieg gegen Paraguay Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt wurden.


Denkmal für den Jazzmusiker Alfredo da Rocha Vianna Filho, kurz "Pixinguinha", in der Altstadt. Die Jazzmusik ist bis heute sehr beliebt in traditionellen Ecken der Stadt.


Das Jugenstil-"Café Colombo", erreichbar über eine kleine Gasse mitten im Altstadtviertel. Die Hingucker, über 4x3 Meter große Spiegel, wurden in Portugal gefertigt, und zur Eröffnung 1894 per Schiff importiert.


Die "Catedral Metroplotana de Sao Sebastiao", entworfen vom Architekt Edgar de Oliveira, inspiriert durch die Maya-Pyramiden in Mexico, 75m hoch, 106m Durchmesser. Von innen hab ich sie bereits letztes Jahr gesehen.


Der Hauptsitz der Petrobras, halbstaatliches, mittlerweile weltweit mitführendes Erdölunternehmen, gegründet vom brasilianischen Präsidenten Vargas 1953.

Montag, 22. Juni 2009

Rio Altstadt (1)

Mo, 22.06.
Am Montag lassen wir uns von einer sehr erfahrenen und kompetenten Reiseleiterin durch die Altstadt von Rio, den Stadtteil "Centro" in der Zona Norte (Nordzone), führen. Dort finden sich viele Spuren aus der Anfangsphase, bevor sich Rio de Janeiro zur Weltmetropole mit 6 Millionen Einwohnern (im Stadtgebiet; 12 Mio incl. suburbanem Raum) aufplusterte.


Das Sambódromo (... da Marquês de Sapucaí ) ist eine Tribünenstraße, die für den bekannten Karnevalsumzug in Rio erbaut wurde. Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer, der unter anderem die Retorten-Hauptstadt Brasilia entwarf, plante das 1984 entstandene Bauwerk, welches rund 89.000 Zuschauern Platz bietet.


Das restliche Jahr über dienen die Räume unter den Tribünen als Proberäume für eine der zahlreichen Sambaschulen Rio de Janeiros. Die Straße ist 700 Meter lang.


Jorge Selarón (rechts), 1947 in Chile geboren, entdeckte 1990 eine verwahrloste Treppe in Rio, Stadtteil Lapa, für sich. Er begann, sie komplett mit Fliesen zu pflastern, vorwiegend in Rot, seiner Lieblingsfarbe. Sein Werk wurde mit der Zeit bekannt, und Leute aus aller Welt fingen an, ihm Fliesen aus ihrer Heimat zu schicken. Er arbeitete sie in sein Werk ein, und seitdem befindet sich die "Escadaria Selarón" (Selaróns Treppe) in einem ständigen Wandel. Sein Geld verdient der Künstler durch Bilder, die er in seinem direkt angrenzenden Atelier verkauft. Die Besonderheit: nachdem seine Geliebte in Umständen starb, malte er vorwiegend schwangere, schwarze Frauen. Das Symbol entwickelte sich zu seinem Markenzeichen, einmal malte er an einem Tag 365 schwangere Frauen.


Schick Selarón deine Fliese, und sie wird einige Jahre zu betrachten sein. Manche Leute schickten ihm Teller, er brach sie passend, und fügte sie ein.


Jedes Bild der Treppe sieht ein Bißchen anders aus, denn ständig werden Fliesen entfernt und durch Neue ersetzt. Von Düsseldorf über Los Angeles und New York sind aus etlichen Städten der Welt Stücke zu betrachten.


Eine Szene der Serie "CSI - Miami" wurde vor der Escadaria Selarón gedreht.


Edward Norton im Film "The Incredible Hulk" vor der Escadaria Selarón.


Die Escadaria Selarón in ihrem Ursprungszustand. Eine gewöhnliche Treppe, die einer am Hang gebauten Siedlung angehört.

"Real Gabinete Portugues de Leitura" - Die portugiesische Bibliothek, die viele jahrhundertealte Bücher beinhaltet.


Von einigen alten Bauten sind nur noch die Fassaden erhalten, dahinter wurden teilweise komplett neue Gebäude erstellt.


"Palácio Duque de Caxias Antigo Ministério da Guerra Comando Militar do Leste e Central do Brasil Rio de Janeiro" - Kriegsministerium mit ausgedehntem Namen.


Arcos da Lapa (Aqueduto) - In den frühen Jahren der Stadt wurde über diese Brücke Wasser von einem nahegelegenen Fluss für die Versorgung der Stadtbevölkerung geleitet. Heute überquert sie die Bondi-Bahn, eine alte Tram, die das Centro mit dem Künstlerviertel Santa Teresa verbindet.


Die Stadt wächst nicht aus. Zwischen den traditionellen Gebäuden schießen im Centro, wie in den meisten anderen Stadtteilen, Hochhäuser aus dem Boden.

Sonntag, 21. Juni 2009

Flamenco Abend

Freitag, 19.06.

Am Freitag Abend besuchen wir mit Bekannten einen Flamenco-Abend in einem Restaurant im obersten Stock eines Hotels im Stadtteil Leblon. Eine sehr internationale Runde, dabei sind Spanier, Holländern, Amerikaner und Brasilianer. Some kind of interesting and really funny! Außerdem hat man vom Außenbereich einen perfekten Blick über Rios Nachtgeschehen.


She (28) from Rio, he (35), from Los Angeles.


Hinten rechts der Zuckerhut.

Cafezinho InC

Do, 18.06.
Für den Vormittag sind wir zu einem Cafezinho (zu deutsch etwa: Käffchen) des InC, International Club RdJ, eingeladen. Meine Tante, bei der ich zu Gast bin, war lange selbst im InC aktiv. Hier ein Auszug von der Website:

The International Club of Rio (InC) is a non-profit organization comprised of individuals from the local and expatriate English-speaking communities.

We aim to:

Help newcomers settle in Rio de Janeiro.
Offer programs of activities for all our members and their families.
Provide information and resources about Rio and Brazil.
Support the local community through community development projects.
Quelle:http://www.incrio.org.br/

Das Treffen findet auf dem Dach eines 20stöckigen Hotels statt, die Aussicht über die Stadt und das Meer ist trotz des bedeckten Wetters großartig.





Den Nachmittag kann man dann auch mal in der Hängematte verbringen...



Und zur Feier des einwöchigen Nichtrauchens darf man sich auch mal eine Zigarre gönnen :)

Mittwoch, 17. Juni 2009

Feira de Nordeste

So, 14.06.
Am Nachmittag besuchen wir den "Feira de Nordeste", übersetzt etwa "Jahrmarkt des Nordens". Das ganze Jahr über - die Stände sind überdacht - gibt es dort Spezialitäten aus dem Norden Brasiliens, außerdem handgemachte, regionstypische Souvenirs . Um den Marktplatz herum wurde ein Gebilde gebaut, dass den Ort von außen betrachtet wie ein Stadion wirken lässt:




Was man dort zum Beispiel essen kann:
Man vergleiche mit dem Original:

(Nackenfleisch vom Rind mit fritiertem Manjok, Reis und Bohnen)

Sonntag, 14. Juni 2009

Ankunft in Rio

Fr, 12.06.
Nach einer geplant schlaflosen Nacht startet die Reise für mich am Freitagmorgen um 03:50 Uhr am Bahnhof in Dinslaken. Während die Oranje-Jungs von der Stadtreinigung, die mir in der Bahn gegenüber sitzen, zur Arbeit fahren, habe ich einen etwas längeren Weg vor mir.
07:50 Uhr, Start in Düsseldorf, 07:55, ich schlafe tief und fest. 10:15, ich werde wach, fünf Minuten später die Landung in Madrid. Nach etwas Aufenthalt am "Aeropuerto" geht es mit etwas Verspätung geht es gegen 13 Uhr los Richtung Rio, wo die Maschine kurz nach 18 Uhr Ortszeit (MEZ -5h) im strömenden Regen aufsetzt. Da wären wir :)

Sa, 13.06.
Tag 2 als Nichtraucher - ein guter Vorsatz für den Urlaub - beginnt mit einer Stunde Jogging am Atlantikstrand. Für den Nachmittag sind wir bei Freunden meiner Tante und meines Onkels zum Churrasco eingeladen. Mit dabei sind mehrere deutsche Familien, die zur Zeit aus beruflichen Gründen in Rio weilen.


Winter in Rio: das Thermometer sinkt unter 20°, Pullis und Glühwein werden raus geholt.


"Wiir siind in Riio, und iihr niihiicht" (Zitat frei erfunden)


In der Tat, die Stadt ist gefährlich...

Viele der deutschen Kids sprechen miteinander portugiesisch, wenn sie spielen. Manche sprechen zusätzlich durch ein Elternteil noch spanisch, und wachsen dreisprachig auf (bevor in der Schule Englisch als vierte Sprache dazu kommt).